Abt. Leichtathletik

Jahresrückblick 1989

Veröffentlicht: Montag, 26. Juni 1989 23:38 Drucken

Bericht der Leichtathletikabteilung zur Jahreshauptversammlung des TSV Dagersheim am 10. März 1990

 

Das Jahr 1989 brachte uns in sportlicher Hinsicht die schönsten Erfolge in unserer bisherigen Geschichte. Bei den Aktiven ragten wieder einmal Kai Seewald und Martin Stäbler heraus. Kai Seewald konnte mit glänzenden 48,8 sec. über 400 m in Nagold gewinnen, Martin Stäbler schraubte seine 400-m-Zeit auf 50,6 sec. herunter. Aber auch die Zeit von Frank Stahn mit 52,1 sec. kann sich sehen lassen. Bei den Leichtathletik-Bezirksmeisterschaften in Sindelfingen sorgte Kai Seewald mit 7,24 m im Weitsprung für einen der Höhepunkte. Björn Holst, neben Uli Zimmer unser Vorzeige-Jugendlicher konnte sich über die 300 m auf 37,0 verbessern und präsentierte sich bei der Partnerstadt-Olympiade in Alba mit der Böblinger 4 x 400 m Staffel in ausgezeichneter Verfassung. Zusammen mit seinen Böblinger Kameraden gelang ihm der Sprung aufs Treppchen.

 

  • 1989_dsmm
 
Der ganze Stolz der Dagersheimer Leichtathleten waren im Jahr 1989 jedoch die B-Schülerinnen, die von Ralf Feucht trainiert werden. In der Ausgabe vom 25. Januar 1990 konnte man über unsere Mädels folgendes lesen:

"Besonders die B-Schülerinnen deckten sich mit Meistertiteln ein. Daß ihre Leistungen auch im Württembergischen Vergleich standhalten, zeigt die neue WLV-Bestenliste. Einen ersten Platz sicherte sich da Christina Holst im 50 m Sprint der Altersklasse W 11 und im Weitsprung mit Platz 9 und Platz 4 im Vierkampf. Die Stärke der TSV-Mädchen lag aber in den Mannschaftswettbewerben. Sowohl in der 4 x 50 m Staffel als auch in der 3 x 800 m Staffel stehen die Mädchen in der Württembergischen Bestenliste. Im Endkampf um die Württembergische Meisterschaft bei den deutschen Schüler-Mannschaftsmeisterschaften erreichte die Gruppe mit Tina Halm, Tanja Bauknecht, Anja Heringhaus, Susanne Möbius, Elke Hoischen, Daniela Löffler, Anja Stang und Christina Holst einen ausgezeichneten 6. Platz."

 

  • 1989_jungs
 
Wie schwer solche Erfolge zu erringen sind, kann nur derjenige ermessen, der entweder einmal Schülerinnen und Schüler in diesem Alter trainiert hat oder bei Wettkämpfen dabei war. Es geht ja nicht so sehr darum, daß die Mädchen nur in ihren Leistungen verbessert werden, sondern unsere Trainer müssen sie ständig bei Laune halten, ihnen das Gefühl der Zusammengehörigkeit vermitteln und unterstützt von den rührigen Eltern im Wettkampf betreuen. Keiner kann sich vorstellen , wie aufgeregt so junge Damen bei einem Wettkampf sein können. Manch einer geht ein solcher Start psychisch auch ganz schön an die Substanz und oft ist es nur die Gruppe, die die Mädchen oder Jungens motiviert.

 

Ein schöner Erfolg war unser 2. Dagersheimer Volkslauf am 09. September 1989. Wir konnten unsere Teilnehmerzahl glatt verdoppeln. 118 Läuferinnen und Läufer nahmen teil. Unter ihnen auch OB Vogelgsang und Sportamtsleiter Josef Fischer. In diesem Jahr wollen wir unseren Volkslaufnachmittag am 08. September 1990 noch weiter ausbauen und zusammen mit der Ski- und Gymnastikabteilung einen Leichtathletischen Dreikampf anbieten. Eventuell gibt es auch eine Doppelwertung mit dem Böblinger Stadtlauf, der eine Woche zuvor stattfindet.
 


Überhaupt hat sich die Zusammenarbeit mit den Böblinger Leichtathleten im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Aus zarten Anfängen bei gemeinsamen Trainingslagern in Alba entwickelte sich nach und nach Verständnis füreinander, so daß wir in einer italienischen Sommernacht am 05. August des vergangenen Jahres übereinkamen, die Zusammenarbeit zu verstärken. Erster Ausdruck dieser verstärkten Zusammenarbeit sind gemeinsame Hallentrainingszeiten, bei denen uns die Böblinger in großzügiger Weise entgegenkamen. Auch in diesem Jahr werden wir mit den Böblingern zusammen unser Trainingslager in Südtirol bestreiten. Als weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit ist auch an gemeinsames Training gedacht, um unsere Arbeit zu vereinfachen und gleichzeitig zu intensivieren.

 


Unser Lauftreff-Leiter Sönke Reinhold feierte eine zweite leichtathletische Hochzeit, auf deren Nachfeier am 08. September 1989 kräftig gefeiert und gesungen wurde.

 


Unser Sportfest an Himmelfahrt, unser Flohmarkt, unsere Nikolausfeier, unsere Skiausfahrt und nicht zuletzt unsere Theaterbesuche diesmal in der neuen Stadthalle in Sindelfingen mit Büchners "Leonce und Lena" rundeten ein vielschichtiges Programm ab und zeigen immer wieder, daß der Zusammenhalt in unserer Truppe Dank der vielfältigen sonstigen Freundschaften ungebrochen ist.


Es bleibt uns nur zu wünschen, daß die Abteilung in dieser Verfassung 1992 auch ihren 10. Gründungstag feiern kann. 





Trainingslager an der blauen Donau
  

Pfingstmontag, 6 Uhr: Abfahrt der Dagersheimer Leichtathleten nach Krems an der Donau, der Partnerstadt Böblingens in Österreich, ins Trainingslager. Zum erstenmal fuhren neben den Aktiven auch 7 Schülerinnen im Alter von 11 bis 12 Jahren mit. Auf der langen Fahrt war dann Zeit genug zum Kennenlernen„ denn erst am späten Nachmittag erreichten wir Krems, und unser Quartier, das Kolpinghaus. Bewegung tut gut, vor dem Essen also noch ein kleiner Lauf auf dem Damm der Donau oder ein Völkerballspiel, wo die Kleinen die Großen abschossen. 

Mit großen Erwartungen und ebensolchem Hunger ging‘s dann in das dem Kolpinghaus angegliederte Cafe zum Abendessen. Einstimmiger Slogan danach: Klasse statt Masse. Im Laufe der Woche seigerte sich Letzteres jedoch in Anbetracht hungriger Sportlermägen. Trotz Regen ging‘s dann am Dienstagmorgen auf den Sportplatz, die Technik wurde wegen Kälte gestrichen, konditionsfördemde Läufe trotzdem absolviert.

 

  • 1989_Krems
 
Nach dem Nachmittagstraining bei unterdessen besserem Wetter führte uns ein kulturbeflissener Kremser durch die Stadt und deren Geschichte, deren Spuren sich bis in die Zeit der Gotik zurückverfolgen lassen. Die Geschichte verfolgte uns dann auch auf einer Fahrt durch die Wachau am Mittwoch und holte uns in Form von verschiedenen Pfarr- und Wehrkirchen entlang der Donau sowie der Burgruine in Dürnstein ein. Zu heftigen Diskussionen gab der Antrieb der Seilfähre über die Donau Anlaß, die an einem Seil hängend, nur durch die Strömung angetrieben, das andere Ufer auch tatsächlich erreichte.  Das Training wurde immer schwerer, denn die ungewohnt harte Kunststoffbahn machte den Waden und zunehmend auch der Knochenhaut zu schaffen. So folgte ein Freibadbesuch bei strahlendem Sonnenschein den zwei Trainingseinheiten am Donnerstag. In der Sonne liegen und regenerieren, im Cafegarten des Freibades sitzen und ausgeschwitzte Flüssigkeit auffüllen, oder mit den kleinen Wasserratten im Kinderbecken (dem einzig warmen Becken) herumtoben, war angesagt.  Leider hieß es schon am Freitag, vom Stadion Abschied nehmen, der jedoch recht heftig ausfiel. Vormittags noch einmal trainieren trotz schmerzender Beine, nachmittags ein freundschaftliches Kräftemessen mit einigen Kremser Leichtathleten, abends dann mit diesen ein Besuch beim Heurigen-Mundschenk. Am Samstag kamen wir wieder wohlbehalten als gefestigtes Team mit, trotz großem Altersunterschied, super integrierten Schülerinnen in Dagersheim an.




Es stand in der Zeitung :

  • 1989_Zeitungsbericht

 

Jahresrückblick 1988

Veröffentlicht: Sonntag, 26. Juni 1988 23:30 Drucken

Bericht der Leichtathletikabteilung anläßlich der Jahreshauptversammlung des TSV Dagersheim am 08. April 1989

Mittlerweile ist die Leichtathletik nicht mehr die kleinste Abteilung im TSV. Mit Ablauf des Jahres 1988 zählte sie 80 Mitglieder. Am 16.03.1989 fand unsere diesjährige Abteilungsversammlung statt. Dabei konnte man dem Bericht des 1. Vorsitzenden, Dr. Ulrich Wellmann, entnehmen, daß es der Abteilung rundherum gut geht. Besonders hervorheben möchte ich, daß der gute Zusammenhalt in unserer Abteilung und das Eintreten für den anderen großgeschrieben wird und wir im Prinzip keinerlei Sorgen haben.
 

Seit unserer Abteilungsversammlung wurden die Skater offiziell in unserer Abteilung aufgenommen. Wie die meisten von Euch schon bemerkt haben, haben sich diese jungen Sportfreunde am Rande des Festplatzes eine Halfpipe in mühevoller Arbeit selbst gebaut und jetzt mit dem endgültigen Belag versehen. Jeder konnte die jungen Akteure sicherlich schon bewundern und hatte seine Freude daran. Wir hoffen, daß wir diese jungen Leute auch später einmal für leichtathletische Genüsse begeistern können.

 

Das Jahr 1988 brachte uns neben den beiden eigenen Sportfesten am 11. und 12.05.88 auch unseren 1. Dagersheimer Volkslauf am 03. September 1988. Unsere Athleten erstritten wiederum die Krone der Leichtathletik beim Zehnkampf am 14./15. Mai 1988 in Freudenstadt. Wir nahmen an den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Reutlingen teil und empfingen bei uns die Leichtathleten aus Alba. Dieser Besuch wird uns lange in Erinnerung bleiben. Mit ihnen und der Böblinger Leichtathletik gemeinsam veranstalteten wir am 01. September 1988 den 1. Böblinger Wasserlauf. Am Abend gaben wir unseren Freunden aus Alba im Deufringer Schloß einen wunderschönen Abschiedsabend mit großem Menü und Tanz.

 

Wir nahmen mit etlichen Mannen an den Läufen in Hildrizhausen und Holzgerlingen teil, veranstalteten wieder unseren Flohmarkt und genossen neben unserer Nikolausfeier die 1. Leichtathletische Hochzeit zwischen unserem Schüler- und Jugendtrainer Ralf Feucht, genannt Puse und Monika Feucht.

  • 1988_Schuelergruppe
 
Die Schüler- und Jugendarbeit verläuft erfolgreich. Wir haben jede Menge Zuwachs erhalten und zählen mittlerweile 30 Igel. Unsere Trainer Ralf, Anja, Arndt, Stefan und Steffen bemühen sich liebevoll um die Verbesserung der Leistungen unserer Jüngsten. Bei den Aktiven hat sich ein Trainerwechsel vollzogen. Nach Gerd Fichtner werden die Aktiven jetzt von Jürgen Holst trainiert, der auch seine beiden eigenen Kinder mit in die Leichtathletik einbringt.

 

Unser Verhältnis zur Leichtathletik des SV Böblingen wird sich dadurch weiter verbessern, daß dort ein Vorstandswechsel stattgefunden hat. Neuer Vorstand ist dort Jochen Reisch. Sowohl mit diesem als auch mit Jörg Bauer verbinden uns freundschaftliche Beziehungen, so daß wir damit rechnen, daß wir demnächst mit dem SV Böblingen gemeinsame Trainingszeiten vereinbaren können.

 
Unser derzeitiges Sorgenkind ist der Lauftreff, der leider nicht so besucht wird, wie wir es uns erhofften. Wir werden in Kürze neue Anstrengungen unternehmen, um dem Lauftreff etwas mehr Attraktivität zu verleihen.
 
  • 1988_dws
 
Ich möchte nicht schließen, ohne unserem Mitglied und Gesamtvorstand Dieter Schmidt für seine Mithilfe in unserer Abteilung zu danken und ihm zu seinen sportlichen Leistungen im Jahr 1988 zu gratulieren. Immerhin wurde er bei den Europa-Senioren-Meisterschaften in Verona Dritter über die 400 m-Strecke und mit der Staffel über 4 x 400 m sogar Erster. Hierzu herzlichen Glückwunsch.

Zum Schluß bleibt mir nur noch zu hoffen, daß unsere Abteilung weiterhin so blühen und wachsen möge wie bisher.


Alba 1988 ohne Sonne

Die Leichtathletik des TSV zog es auch dieses Jahr wieder nach Alba, um dort ihr nachösterliches Trainingslager zu absolvieren. Allzusehr hatte uns die Sonne im Jahr 1987 verwöhnt, als daß wir auch nur im entferntesten mit schlechtem Wetter in diesem Jahr gerechnet hätten. Frohgemut fuhren wir am Ostermontag in aller Herrgottsfrühe los, erreichten schon um 8 Uhr den Rheinfall in Schaffhausen, der uns dank seines reichlichen Wassers

Die Leichtathletik des TSV zog es auch dieses Jahr wieder nach Alba, um dort ihr nachösterliches Trainingslager zu absolvieren. Allzusehr hatte uns die Sonne im Jahr 1987 verwöhnt, als daß wir auch nur im entferntesten mit schlechtem Wetter in diesem Jahr gerechnet hätten. Frohgemut fuhren wir am Ostermontag in aller Herrgottsfrühe los, erreichten schon um 8 Uhr den Rheinfall in Schaffhausen, der uns dank seines reichlichen Wassers.
 
  • 1988_Alba
 
Die Leichtathletik des TSV zog es auch dieses Jahr wieder nach Alba, um dort ihr nachösterliches Trainingslager zu absolvieren. Allzusehr hatte uns die Sonne im Jahr 1987 verwöhnt, als daß wir auch nur im entferntesten mit schlechtem Wetter in diesem Jahr gerechnet hätten. Frohgemut fuhren wir am Ostermontag in aller Herrgottsfrühe los, erreichten schon um 8 Uhr den Rheinfall in Schaffhausen, der uns dank seines reichlichen Wassers

großartige Bilder vermittelte. 

Nach romantischer Fahrt am Ufer des Zuger Sees entlang erreichten wir über Chiasso, Mailand und Alessandria sehr bald Alba. Dort empfing uns schon leiser Nieselregen, der von nun an mehr oder weniger unser ständiger Begleiter sein sollte. Da es noch früh am Tage war, unternahmen wir einen ersten mittäglichen Bummel durch die leeren Gassen von Alba. Hungrig fielen wir in eine Pizzeria ein und trafen schon auf die ersten Böblinger Leichtathleten, die auch diesmal mit uns Sportplatz und Quartier teilten.

Don Alberto hatte uns lärmfreudigen Dagersheimer Nachtgespenstern dieses mal unsere Nachtlager im Nebenhaus angewiesen, er sollte Recht behalten. Fast keine Nacht ohne Fest.

Gottseidank konnten wir am Dienstag noch ohne Regen trainieren, aber die Langstreckler hatten auf den aufgeweichten Weinbergwegen doch alle Füße voll zu tun, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Auch mit den Wegen ist es im Piemont so eine Sache. Die schönen Wege münden alle auf einem Weinbauernhof mit mindestens drei wütend bellenden Hunden. Das ist des Läufers Los.

Es folgten Tage senza sole, aber Tage con Barole. Wir besichtigten in Barolo einen Winzerbetrieb, natürlich mit Weinprobe und belehrender Einführung über die klassischen Weinbaugebiete des Barbaresco und des Barolo.

Am Dienstagabend veranstalteten wir für unsere Albeser Freunde einen Deutschen Abend, zu dem die Jugend aus Alba aber auch die dem Sport verbundenen älteren Bürger zahlreich herbeiströmten und sich mit Hingabe an unserem deutschen Bier, Wurst und Schwarzbrot gütlich taten. Es war ein harmonischer Abend, der von Don Alberto, dem Wächter von Sitte und Moral nur zu früh beendet wurde. Am nächsten Abend zeigten wir in Florins Sportbar die Dias vom vergangenen Jahr und erhielten dafür viel Beifall von den Albansen.

Am Freitag, unserem letzten Tag lachte endlich wieder die Sonne, so daß unser Dreikampf - Weitsprung, Speerwurf und 300 m Lauf - gegen die Albeser Leichtathleten gestartet werden konnte. Wie letztes Jahr auch wurde zwar hart, aber mit viel Freude gekämpft. Der Abschiedsabend wurde wie stets mit großem Aufwand auf dem Schloß von Barolo in Szene gesetzt. Unsere Mädchen und Jungens überreichten ihren Angebeteten selbstgemalte Ostereier, Reden wurden gehalten und dann brach das Discofieber los.

Am Samstagmorgen wurden die Zimmer entrümpelt, tränenreicher Abschied genommen und auf dem bunten Markt in Alba. Reiseproviant und Mitbringsel gekauft. 


Ciao, ciao Alba, wir kommen wieder !!


Aus der Zeitung :

  • 1988_Mai19

Jahresrückblick 1987

Veröffentlicht: Freitag, 26. Juni 1987 23:24 Drucken

Bericht der Leichtathletikabteilung TSV Dagersheim in der Mitgliederversammlung des TSV am04. März 1988

Im sechsten Jahr unseres Bestehens haben wir genau 60 Mitglieder erreicht. Könnte ich so weiterrechnen, wären die ersten 100 Mitglieder bald voll. So einfach ist es jedoch nicht, wie alle anderen Abteilungen müssen wir uns um den Nachwuchs bemühen. Seit etwa einem Jahr haben unsere Bemühungen um neuen Nachwuchs Erfolg gezeigt. Rund 10 bis 12 Schüler und Schülerinnen der Jahrgänge 80 bis 76 bilden eine sehr nette Gruppe genannt "die Fraggle", die liebevoll von Anja Lüders und Arnd Menschig betreut werden.

Aus unseren ehemaligen Krabbeltieren, "den Igels" sind mittlerweile junge Damen und junge Männer geworden, die zu den Aktiven aufrückten und dort mittrainieren. Leider klafft zwischen diesen Jahrgängen (1971 und 1970) und den Fraggels eine Lücke von 5 Jahren, die nur durch Einzelkämpfer notdürftig geschlossen wird.

 
Die Stimmung in der Abteilung ist weiterhin gut. Unsere Finanzen konnten durch die Erhöhung der Abteilungsbeiträge auf 18,-- DM für Schüler und Jugendliche und 36,-- DM für Erwachsene auf eine bessere Basis gestellt werden. Trainingsbetrieb, Wettkampfgelder und Fahrtkosten verschlingen rund 95 % unseres Etats von jährlich 6.000,-- DM. Um nicht ständig am Existenzminimum herumzuknabbern, war es notwendig neue Wege zu beschreiten. 

 

  • 1987_flohmarkt
 
Wir ließen uns etwas einfallen und veranstalteten erstmals im November 1987 einen Flohmarkt im alten Feuerwehrhaus. Die Idee dazu kam von meiner Frau und stieß zunächst auf viel Skepsis. Wir sammelten alles was verkäuflich erschien bei Freunden, Bekannten und Nachbarn und bekamen soviel Material zusammen, daß wir etwa 20 Tische und mehrere Kleiderständer bestücken konnten. Kaum hatten wir die Pforten am Samstagmorgen um 9 h geöffnet, strömten die Leute herbei und kauften und kauften. Als wir die Pforten schlossen, waren wir um gute 2.000,-- DM reicher. Wir sammeln jetzt schon für den nächsten Flohmarkt im November dieses Jahres und sind für Sachspenden jeder Art dankbar. 

Sportlich ließ sich das Jahr ebenfalls gut an. Neben Kreismeistern im Waldlauf, Hürdenlauf errang unser Kai Seewald wiederum den Bezirksmeister bei den Zehnkämpfern. Hätte er sich nicht bei den diesjährigen BW-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen eine Verletzung zugezogen, wäre er bei den Baden-Württembergischen Ausscheidungsmeisterschaften im Achtkampf in der Schleyer-Halle in Stuttgart dabei gewesen, zu denen die fünfzehn besten Zehnkämpfer Baden-Württembergs eingeladen waren.

Wie immer führten wir im Frühjahr ein Trainingslager durch. Dieses Mal ging die Reise in unsere Partnerstadt nach Alba im Piemont. Nach vielen Briefen und tatkräftiger Mithilfe durch die Stadt stand die Organisation und wir rollten mit zwei Kleinbussen und einem Pkw über die Alpen in Richtung Süden. Bis zu den Alpen begleitete uns ständiger Regen. Nach dem St. Gotthard empfing uns die Sonne des Südens, die uns dann auch die eine Woche über nicht mehr verließ. Es waren hinreißende Tage, angefüllt mit Begegnungen, Einladungen, Gesprächen, viel Training und sportlichen Wettkämpfen mit der Leichtathletik von Alba. Unser Weihnachtsmann hat diese Tage in seinem jährlichen Gedicht wie folgt beschrieben:

 

Tage voller Sonne 
Tage voller Wonne 
Tage voller vino 
Tage wie im Kino 
Lager in den Fluren 
Stunden ohne Uhren

una festa in montagne 
Ausflug in die Langhe 
Training ohne Ende Alba 
wie ich's fände

einfach uferlos!

Die anschließende Wettkampfsaison zog sich bis Ende Semptember hin und war übermäßig lang. Wir besuchten viele Wettkämpfe, veranstalteten manch fröhliches Fest, so auch einen italienischen Abend im Hause Wellmann, so daß man manchmal sogar befürchten mußte, die Zahl der Feste könnte die der Wettkämpfe übertreffen.

Noch etwas gibt es aus dem Jahr 1987 zu berichten. Es betrifft unser ältestens aktives Mitglied, nämlich Dieter Schmidt. Seine Erfolgsbilanz 1987 liest sich wie folgt:

  • 2. Platz im 400-m-Lauf beim 3. Stuttgarter Hallensportfest im Februar
  • 1. Platz beim 400-m-Lauf bei den Senioren-Wettkämpfen im Juni in Stuttgart
  • 3. Platz beim 400-m-Lauf und 4. Platz beim 200-m-Lauf bei den Württembergischen Seniorenbesten-Wettkämpfen im Juni in Ravensburg
  • 2. Platz beim 100-m-Lauf bei den Bezirksoffenen Einzelwettkämpfen im Juli in Maulbronn und schließlich sein bestes Ergebnis:
  • 4. Platz im 400-m-Lauf bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften im August 1987 in Essen.

Mit seinen 56,64 sec. über 400 m ist Dieter Schmidt nur wenig langsamer als manche unserer Aktiven. Ich kann nur sagen "bravo Dieter," weiter so und vor allem viel Glück bei den Europameisterschaften in Verona, die für dieses Jahr auf dem Programm stehen.

Auch sonst war die Leichtathletik nicht untätig. Wir bieten seit dem Mai 1987 zusätzlich einen Lauftreff an, der abwechselnd von unserem Nordlicht Reinhold Sönke und mir geleitet wird. Die Teilnahme ist völlig frei und nicht von einer Mitgliedschaft abhängig. Wer Lust hat, möge doch einmal vorbeikommen. Zur Zeit treffen wir uns noch samstags um 15,30 h und ab Beginn der Sommerzeit wieder dienstags um 19 h jeweils hinter dem Stadion am Lauftreffschild.

Erstmals werden wir dieses Jahr einen Volkslauf veranstalten und zwar am Samstag, dem 03. September. Wir haben einen Karton der Broschüren Sport, Spaß und Spiel mitgebracht, jeder der Lust hat, kann eine Broschüre mitnehmen. 

So das wären die Neuigkeiten der Leichtathletik aus dem Jahr 1987.

 
gez. U. Wellmann 


Alba — einfach uferlos!

Es sind zwar schon wieder drei Wochen her, seit wir, die Leichtathleten des TSV, aus Alba zurück sind, aber die Erinnerung an all' die vielen und schönen Erlebnisse wird noch lange in uns lebendig bleiben.  
 
  • 1987_Alba
 
Was eine gestandene Abteilung ist, die kann es sich leisten, eine Vorhut über die Alpen zu schicken, um Freund und Feind - von letzteren fanden wir keine - abzutasten. So war also unser Uwe schon eine Woche früher ins herrliche Piemont gefahren, um die guten Weine zu kosten und die Gastfreundschaft zu genießen. Wir, die Hauptstreitmacht, folgten ihm am Ostermontag, 20.04.1987, mit zwei Kleinbussen und einem PKW nach. Bis zu St.-Gotthard-Tunnel begleitete uns der Regen, aber kaum hatten wir die Alpen unterquert, empfing uns die südliche Sonne, die uns anschließend die ganze Woche über nicht mehr im Stich ließ. Über Mailand, Alessandria und Asti erreichten wir am späten Nachmittag unser Quartier in Alba - Alta Villa -, eine schöne Klosteranlage hoch über der Stadt gelegen.

Jeder bekam zu seiner Überraschung eine Mönchszelle zugeteilt, was aber das Zusammensein nur wenig behinderte. Bald erschienen auch schon die ersten Albaneser Sportkameraden, um uns zu beschnuppern. 

Noch rechtzeitig vor dem Abendessen erschienen Uwe und sein Freund, selig bezecht und froh, uns gefunden zu haben.

Ein erster lockerer Lauf führte uns in die schöne Landschaft und half uns, die lange Fahrt aus den Gliedern zu vertreiben. Alle, die Augen hatten, freuten sich an den blühenden Obst- und Haselnußbäumen.
 

Es folgten vier prall mit Erlebnissen gefüllte Tage. Zweimal pro Tag wurde hart trainiert, mittags und abends fürstlich gespeist und abends gefeiert. Manche Freundschaften wurden geknüpft und auch ein wenig Amore war dabei. Mit der Böblinger Leichtathletik gab es entgegen mancher Unkenrufe keine Berührungsängste, aber wir ließen uns auch nicht von vorständlichen Klammern vereinnahmen. Am Mittwochabend stieg im Hof eines ehemaligen Weingutes das große deutsch-italienische Freundschaftsfest. An langen Tafeln genossen wir die Albaneser Gastfreundschaft, aßen Gegrilltes, tranken Dolcino, Nebbiolo und Barbaresco, schaukelten manche Holzbank durch und tanzten uns die Füße heiß. Unsere originellen Gastgeschenke, kuschelweiche Osterhasen mit selbstbestickten Hosen und dazu liebevoll bemalte Ostereier - jeder malte sein eigenes Ei - taten ein übriges, um das Fest gelingen zu lassen. Und wer da glaubt, in des Klosters Stille sei die Nacht dann zu Ende gewesen, der kennt eben unsere unermüdlichen Krabbeltiere - die IGELS - noch nicht. Lag dann glücklich alles in tiefer Ruh, machten die nachts um drei Uhr noch Wettrennen zwischen Hasen und Igeln auf hallenden Klosterfluren!

Viel gäbe es noch zu erzählen, vom Wettkampf am Freitag: Alba gegen Böblingen und Dagersheim, oder besser mit Böblingen und Dagersheim, vom Empfang auf dem Rathaus, vom Abschiedsessen mit acht Gängen, von Don Alberto, dem Hüter der Moral, von Gabriela, Kais ragazza italiana, von dem Ausflug in die Langhe, vom Einkauf der Schokoladentrüffel und nicht zuletzt von dem schmerzlichen Abschied am 25. April 1987. Alle zwanzig Dagersheimer Leichtathletinnen und Leichtathleten bedanken sich bei den Freunden in Alba, bei den Damen vom Partnerschaftskomitee, allen voran Frau Rosa-Brunet, und nicht zuletzt bei der Stadt Böblingen, die uns finanziell gut unterstützte. Wir rufen allen Freunden in Alba ein "mille graue", ein "ciao" und ein "Auf Wiedersehen bis bald" zu. 

Leichtathletikabteilung im TSV

Jahresrückblick 1986

Veröffentlicht: Donnerstag, 26. Juni 1986 23:20 Drucken

Bericht der Leichtathletikabteilung zur Jahreshauptversammlung am 29. Januar 1986

Auch im 4. Jahr ihrer Existenz hat sich die Leichtathletikabteilung weiterentwickelt. Mittlerweile haben wir 54 Mitglieder. Sollte der ungebrochene Zustrom weiter anhalten, müssen wir bald eine Aufnahmesperre verhängen. Sorgen machen wir uns etwas um den Nachwuchs bei den Schülern. Wir wären dankbar, wenn die Eltern ihre unentschlossenen Kinder einmal probeweise zu uns ins Training schicken würden, vielleicht macht es dem einen oder anderen doch Spaß. Wie alle Abteilungen haben natürliche auch wir unter dem Geburtenrückgang und unter dem Überangebot an sportlichen Aktivitäten zu leiden. Unsere beiden frischgebackenen Übungsleiter Ralf Feucht und Arnd Menschig unterstützt von der ebenfalls in der Ausbildung zur Übungsleiterin befindlichen Susanne Gehringer wollen jedoch in der kommenden Sommersaison 1986 dafür sorgen, daß ihr Trainings- und Wettkampfsangebot noch attraktiver wird.

Auch in der vergangenen Wettkampfsaison trainierten wir fleißig und besuchten zahlreiche Wettkämpfe. Selbstverständlich richteten wir auch eigene Wettkämpfe im Dagersheimer Stadion aus, so die Bezirksmeisterschaften für Aktive, die Kreisschülermeisterschaften und unser schon traditionelles Abendsportfest im Mai. Bei den Kreisschülermeisterschaften wurden Katrin Gallmeister und Felix Wellmann Kreismeister über die Hürdenstrecken. Bei den Bezirksmehrkampfmeisterschaften in Sindelfingen am 21./22.09.1985 wurde Kai Seewald einmal mehr zum König der Athleten gekürt. Dabei konnten wir den VfL Sindelfingen nicht nur in der Einzeldisziplin, sondern auch in der Mannschaft bezwingen. Die Herolde des Königs Kai hießen Frank Stahn, Ralf Feucht und Arnd Menschig. Die Langstrecken rundeten das Programm ab. Einschließlich Vorstand trabten 4 Läufer beim 25-Kilometer-Schönbuchlauf mit. Wir feierten auch unseren internationalen Einstand. Unser Gründungsmitglied Klaus Matthee war einer von 19.000 Startern des New York-Marathons und belegte Platz Nr. 8.795. Er hat uns einen begeisternden Bericht von diesem Super-Lauffest geschickt, der Interessenten gern zur Verfügung gestellt wird.
 
Auch die Kameradschaft kam bei uns nicht zu kurz. Unser Trainingslager führte uns nach Erbach im Odenwald. Dort hatten die Regenfälle der vorangegangenen Tage die gesamte Aschenbahn des Stadions weggespült. Welch Glück, daß die Pferderennbahn davon unberührt blieb, so daß wir dort unsere 1000-Meter-Runden drehen konnten.
 
Mit unserer Jahresabschlußfeier im Haus Menschig und der Weihnachtsfeier am 07.12.1985 im Haus Wellmann nenne ich einige weitere Höhepunkte unserer gesellschaftlichen Veranstaltungen.
 
Erstmals wagten wir einen Versuch auf dem Kulturparkett. Mit 25 Jugendlichen besuchten wir das Theaterstück "Diener zweier Herren" von Goldopi in dem Theater tri-Bühne in Stuttgart. Für manchen war es überhaupt der erste Theaterbesuch seines Lebens. Alle waren von der herrlichen Verwechslungskomödie begeistert. Für das kommende Jahr ist ein solcher Theaterbesuch oder eine andere kulturelle Veranstaltung wieder fest eingeplant.
 
Danken möchte ich allen Mitgliedern, Helfern und denen, die sich mit mir in der Abteilungsführung bewährt haben. Es sind dies weiterhin:
 
Arnd Menschig, Heinrich Menschig und Klaus Gallmeister sowie die Trainer, die ich oben bis auf Gerd Fichtner schon erwähnt habe.
Eine besondere Hilfe hatten wir auch in Dieter Schmidt, der uns mit seiner sonoren Stimme meisterlich bei der Ansage während unserer Sportveranstaltungen unterstützte.

Ich hoffe und wünsche mir, daß die Abteilung auch im 5. Jahr ihres Bestehens weiter blühen und wachsen möge.

 

Leichtathletiktechnische Trainingslager vom 22. bis 25. Mai 1986 in Menzenschwand

Am Donnerstag, dem 22. 5.1986, um 16 Uhr war's endlich da, das heiß ersehnte Trainingslager. Bei Superwetter fuhren wir los, immer voraus der schnelle Kai auf seinem (später) heißbegehrten Motorrad. Im "Kaff" Menzenschwand angekommen, stürmten wir sofort unsere Zimmer und ließen uns häuslich nieder. Am Abend machten wir dann noch einen Streifzug durch Menzenschwand und landeten in einer Wirtschaft, wo wir uns erstmal richtig sattessen mußten. 

  • 1986_Menzenschwand
 
Gleich am nächsten Morgen wurde eifrig diskutiert, wer mit Kai zum Stadion mitfahren sollte. Aber wir konnten beruhigt sein, denn jeder durfte später einmal mitdüsen. Jetzt begann der Streß! Nachdem wir den ganzen Morgen trainiert hatten, fuhren wir mittags an einen Super-Grillplatz mit See und wir Igel stürzten uns sofort in die Fluten. Dann wurde erstmal richtig reingehauen und danach wieder weitertrainiert. Später ging's retour zur Natur, indem wir auf einer Wiese feierten und dies später in einer Wirtschaft fortsetzten. Die Kleinen wurden natürlich vorher in der Jugendherberge abgeliefert. Zwei Torten (Eri + Silke), die später nachkommen wollten, wurden leider unter der Aufsicht des Hausdrachens (Jugendherbergsmutter) zu Bett gebracht. Die beiden dachten sich: "Der hupt's wohl", aber da lief nix mehr.
 
Der nächste Morgen begann schrecklich, das Wetter war absolut Gille. Statt des Trainings fuhren wir nach St. Blasien zur Stadtbesichtigung. Nachmittags, bei etwas schönerem Wetter, trainierten wir wieder, und abends ging's dann richtig los! Mit Pizzaessen, Trinken (z. B. Lambrusco), Billardspielen und natürlich Tanzen (Disco-Fox, mit den zwei begehrten Tanzobjekten Ralf und Hakky). Notgedrungen mußten wir um 1 Uhr die Pizzeria verlassen, da diese zumachte. So endete der letzte (super) Abend in Menzenschwand.
 Zum wirklich allerletztenmal ging es am nächsten Morgen zum Trainieren und mittags zum Baden und Grillen. Gegen 17 Uhr ging es dann in Richtung Heimat. Nach einem kleinen Zwischenfall (Kais Kupplungszug am Motorrad streikte) kamen wir nach ca. 2 Stunden (Isch weses nisch genau) in Dagersheim an.

Vielen Dank Uli, es war echt super. Es gibt nur einen Trost, das nächste Trainingslager kommt bestimmt!


Verantwortliche Redakteure: Die Igel Silke und Annette