Bericht der Leichtathletikabteilung zur Jahreshauptversammlung des TSV Dagersheim am 10. März 1990

 

Das Jahr 1989 brachte uns in sportlicher Hinsicht die schönsten Erfolge in unserer bisherigen Geschichte. Bei den Aktiven ragten wieder einmal Kai Seewald und Martin Stäbler heraus. Kai Seewald konnte mit glänzenden 48,8 sec. über 400 m in Nagold gewinnen, Martin Stäbler schraubte seine 400-m-Zeit auf 50,6 sec. herunter. Aber auch die Zeit von Frank Stahn mit 52,1 sec. kann sich sehen lassen. Bei den Leichtathletik-Bezirksmeisterschaften in Sindelfingen sorgte Kai Seewald mit 7,24 m im Weitsprung für einen der Höhepunkte. Björn Holst, neben Uli Zimmer unser Vorzeige-Jugendlicher konnte sich über die 300 m auf 37,0 verbessern und präsentierte sich bei der Partnerstadt-Olympiade in Alba mit der Böblinger 4 x 400 m Staffel in ausgezeichneter Verfassung. Zusammen mit seinen Böblinger Kameraden gelang ihm der Sprung aufs Treppchen.

 

  • 1989_dsmm
 
Der ganze Stolz der Dagersheimer Leichtathleten waren im Jahr 1989 jedoch die B-Schülerinnen, die von Ralf Feucht trainiert werden. In der Ausgabe vom 25. Januar 1990 konnte man über unsere Mädels folgendes lesen:

"Besonders die B-Schülerinnen deckten sich mit Meistertiteln ein. Daß ihre Leistungen auch im Württembergischen Vergleich standhalten, zeigt die neue WLV-Bestenliste. Einen ersten Platz sicherte sich da Christina Holst im 50 m Sprint der Altersklasse W 11 und im Weitsprung mit Platz 9 und Platz 4 im Vierkampf. Die Stärke der TSV-Mädchen lag aber in den Mannschaftswettbewerben. Sowohl in der 4 x 50 m Staffel als auch in der 3 x 800 m Staffel stehen die Mädchen in der Württembergischen Bestenliste. Im Endkampf um die Württembergische Meisterschaft bei den deutschen Schüler-Mannschaftsmeisterschaften erreichte die Gruppe mit Tina Halm, Tanja Bauknecht, Anja Heringhaus, Susanne Möbius, Elke Hoischen, Daniela Löffler, Anja Stang und Christina Holst einen ausgezeichneten 6. Platz."

 

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Wie schwer solche Erfolge zu erringen sind, kann nur derjenige ermessen, der entweder einmal Schülerinnen und Schüler in diesem Alter trainiert hat oder bei Wettkämpfen dabei war. Es geht ja nicht so sehr darum, daß die Mädchen nur in ihren Leistungen verbessert werden, sondern unsere Trainer müssen sie ständig bei Laune halten, ihnen das Gefühl der Zusammengehörigkeit vermitteln und unterstützt von den rührigen Eltern im Wettkampf betreuen. Keiner kann sich vorstellen , wie aufgeregt so junge Damen bei einem Wettkampf sein können. Manch einer geht ein solcher Start psychisch auch ganz schön an die Substanz und oft ist es nur die Gruppe, die die Mädchen oder Jungens motiviert.

 

Ein schöner Erfolg war unser 2. Dagersheimer Volkslauf am 09. September 1989. Wir konnten unsere Teilnehmerzahl glatt verdoppeln. 118 Läuferinnen und Läufer nahmen teil. Unter ihnen auch OB Vogelgsang und Sportamtsleiter Josef Fischer. In diesem Jahr wollen wir unseren Volkslaufnachmittag am 08. September 1990 noch weiter ausbauen und zusammen mit der Ski- und Gymnastikabteilung einen Leichtathletischen Dreikampf anbieten. Eventuell gibt es auch eine Doppelwertung mit dem Böblinger Stadtlauf, der eine Woche zuvor stattfindet.
 


Überhaupt hat sich die Zusammenarbeit mit den Böblinger Leichtathleten im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Aus zarten Anfängen bei gemeinsamen Trainingslagern in Alba entwickelte sich nach und nach Verständnis füreinander, so daß wir in einer italienischen Sommernacht am 05. August des vergangenen Jahres übereinkamen, die Zusammenarbeit zu verstärken. Erster Ausdruck dieser verstärkten Zusammenarbeit sind gemeinsame Hallentrainingszeiten, bei denen uns die Böblinger in großzügiger Weise entgegenkamen. Auch in diesem Jahr werden wir mit den Böblingern zusammen unser Trainingslager in Südtirol bestreiten. Als weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit ist auch an gemeinsames Training gedacht, um unsere Arbeit zu vereinfachen und gleichzeitig zu intensivieren.

 


Unser Lauftreff-Leiter Sönke Reinhold feierte eine zweite leichtathletische Hochzeit, auf deren Nachfeier am 08. September 1989 kräftig gefeiert und gesungen wurde.

 


Unser Sportfest an Himmelfahrt, unser Flohmarkt, unsere Nikolausfeier, unsere Skiausfahrt und nicht zuletzt unsere Theaterbesuche diesmal in der neuen Stadthalle in Sindelfingen mit Büchners "Leonce und Lena" rundeten ein vielschichtiges Programm ab und zeigen immer wieder, daß der Zusammenhalt in unserer Truppe Dank der vielfältigen sonstigen Freundschaften ungebrochen ist.


Es bleibt uns nur zu wünschen, daß die Abteilung in dieser Verfassung 1992 auch ihren 10. Gründungstag feiern kann. 





Trainingslager an der blauen Donau
  

Pfingstmontag, 6 Uhr: Abfahrt der Dagersheimer Leichtathleten nach Krems an der Donau, der Partnerstadt Böblingens in Österreich, ins Trainingslager. Zum erstenmal fuhren neben den Aktiven auch 7 Schülerinnen im Alter von 11 bis 12 Jahren mit. Auf der langen Fahrt war dann Zeit genug zum Kennenlernen„ denn erst am späten Nachmittag erreichten wir Krems, und unser Quartier, das Kolpinghaus. Bewegung tut gut, vor dem Essen also noch ein kleiner Lauf auf dem Damm der Donau oder ein Völkerballspiel, wo die Kleinen die Großen abschossen. 

Mit großen Erwartungen und ebensolchem Hunger ging‘s dann in das dem Kolpinghaus angegliederte Cafe zum Abendessen. Einstimmiger Slogan danach: Klasse statt Masse. Im Laufe der Woche seigerte sich Letzteres jedoch in Anbetracht hungriger Sportlermägen. Trotz Regen ging‘s dann am Dienstagmorgen auf den Sportplatz, die Technik wurde wegen Kälte gestrichen, konditionsfördemde Läufe trotzdem absolviert.

 

  • 1989_Krems
 
Nach dem Nachmittagstraining bei unterdessen besserem Wetter führte uns ein kulturbeflissener Kremser durch die Stadt und deren Geschichte, deren Spuren sich bis in die Zeit der Gotik zurückverfolgen lassen. Die Geschichte verfolgte uns dann auch auf einer Fahrt durch die Wachau am Mittwoch und holte uns in Form von verschiedenen Pfarr- und Wehrkirchen entlang der Donau sowie der Burgruine in Dürnstein ein. Zu heftigen Diskussionen gab der Antrieb der Seilfähre über die Donau Anlaß, die an einem Seil hängend, nur durch die Strömung angetrieben, das andere Ufer auch tatsächlich erreichte.  Das Training wurde immer schwerer, denn die ungewohnt harte Kunststoffbahn machte den Waden und zunehmend auch der Knochenhaut zu schaffen. So folgte ein Freibadbesuch bei strahlendem Sonnenschein den zwei Trainingseinheiten am Donnerstag. In der Sonne liegen und regenerieren, im Cafegarten des Freibades sitzen und ausgeschwitzte Flüssigkeit auffüllen, oder mit den kleinen Wasserratten im Kinderbecken (dem einzig warmen Becken) herumtoben, war angesagt.  Leider hieß es schon am Freitag, vom Stadion Abschied nehmen, der jedoch recht heftig ausfiel. Vormittags noch einmal trainieren trotz schmerzender Beine, nachmittags ein freundschaftliches Kräftemessen mit einigen Kremser Leichtathleten, abends dann mit diesen ein Besuch beim Heurigen-Mundschenk. Am Samstag kamen wir wieder wohlbehalten als gefestigtes Team mit, trotz großem Altersunterschied, super integrierten Schülerinnen in Dagersheim an.




Es stand in der Zeitung :

  • 1989_Zeitungsbericht